Häufig gestellte Fragen

1. Was ist das wichtigste Ziel der Kampagne «ELE»?

Ziel der Kampagne ist es, die Haltung von Elefanten in der Schweiz zu beenden, die Lebensbedingungen der Tiere, die noch in Gefangenschaft leben, unverzüglich zu verbessern, Zuchtprogramme einzustellen und die Verlegung der Elefanten in Schutzgebiete zu fördern.

2. Wie viele Elefanten leben derzeit in der Schweiz in Gefangenschaft?

Aktuell leben noch 16 Elefanten in der Schweiz in Gefangenschaft: drei im Zoo Basel, fünf im Zoo Zürich und acht im Knies Kinderzoo Rapperswil.

3. Warum sind Zoos für Elefanten ungeeignet?

Kein Zoo ist in der Lage, den physischen, psychischen und sozialen Bedürfnissen eines so intelligenten und bewegungsfreudigen Tiers wie dem Elefanten gerecht zu werden. Der harte Untergrund ruiniert ihre Füsse, die geringe Grösse der Anlagen verhindert natürliche Fortbewegung und die sozialen Gruppen sind willkürlich zusammengestellt.

4. Welche gesundheitlichen Probleme treten bei den in Schweizer Zoos lebenden Elefanten am häufigsten auf?

Bei den meisten Tieren wurden erhebliche Probleme im Zusammenhang mit Übergewicht festgestellt, chronische Fussbeschwerden (von denen 98,5 Prozent der Elefanten in europäischen Zoos betroffen sind) und stereotype Verhaltensweisen wie Weben, die Anzeichen für seelisches Leid sind. Im Zoo Basel wurde 2023 der Bulle Tusker eingeschläfert, weil er an Tuberkulose erkrankt war. Im Zoo Zürich starben mehrere Tiere am Herpesvirus, insbesondere 2022. 

5. Sind Elefanten wirklich intelligente Tiere?

Ja. Sie verfügen über das grösste Gehirn aller Landsäugetiere und aussergewöhnliche kognitive Fähigkeiten wie die Selbstwahrnehmung im Spiegel, den Einsatz von Werkzeugen, einen ausgeprägten Ortssinn und ein soziales Gedächtnis, dank dem sie sich hunderte von Individuen einprägen können. 

6. Leisten Zoos keinen Beitrag zum Schutz der Art?

Die Haltung von Elefanten in Gefangenschaft trägt nicht zur Erhaltung der Art in ihrem natürlichen Lebensraum bei: Kein einziger in einem europäischen Zoo geborene Elefant wurde jemals ausgewildert, und es besteht auch keine Aussicht darauf, dass sich dies in Zukunft ändern wird. Zudem investieren Schweizer Zoos nur einen sehr geringen Teil ihrer Einnahmen in Projekte im natürlichen Lebensraum der Elefanten (so wendet der Zoo Zürich 3,1 Prozent seiner Einnahmen dafür auf und der Zoo Basel sogar nur 50‘000 Franken pro Jahr).
(por ejemplo, el zoo de Zúrich dedica a ello el 3,1% de sus ingresos y el zoo de Basilea apenas 50.000 francos suizos al año).

7. Wie wirkt sich das Herpesvirus (EEHV) aus?

Obwohl das Virus auch in der Natur vorkommt, haben sich freilebende Populationen daran angepasst und überleben es in der Regel. Nur in Gefangenschaft ist die Sterblichkeitsrate – vor allem aufgrund der durch chronischen Stress verursachten Immunschwäche – exorbitant hoch. Im Zoo Zürich erlagen mehrere Elefanten dem Herpesvirus, insbesondere 2022.

8. Warum werden die Elefanten von einem Zoo in einen anderen verlegt?

Zoos tauschen Elefanten im Rahmen ihrer Zuchtprogramme wie «Handelswaren» untereinander aus und brechen dabei häufig enge Mutter-Tochter-Beziehungen auf, wie im Fall von Tika und ihren Töchtern (Kimana und Mali), die im Mai 2026 zusammen in den Zoo Basel verlegt und dabei von Tikas Mutter (Sabie) getrennt wurden, die in Wuppertal blieb. Dadurch zerbrechen familiäre Bindungen, die in der Natur ein Leben lang halten würden. 

9. Welchen Status haben Elefanten im Schweizer Recht?

Die Schweiz verfügt über eines der fortschrittlichsten Tierschutzgesetze der Welt. Bei den Elefanten beschränkt sich dieses jedoch darauf, Mindestgrössen für Gehege festzulegen, die für die biologischen, sozialen und verhaltensbezogenen Bedürfnisse der Tiere bei weitem nicht ausreichen. Die Rechtslage ist widersprüchlich. So wurde die Einfuhr von Walen 2012 mit der Begründung verboten, dass die Gefangenschaft ihrer Intelligenz und ihren physischen, psychischen und sozialen Bedürfnissen nicht gerecht werden kann. Bei den Elefanten findet diese Argumentation jedoch keine Anwendung, obwohl sie zu den intelligentesten und sozialsten Tieren der Welt gehören. 

10. Was ist ein Schutzgebiet und warum ist es eine bessere Alternative zu Zoos?

Anders als in Zoos werden die Tiere in einem Schutzgebiet nicht gehalten, um sie zur Schau zu stellen, zu züchten oder Besucherinnen und Besucher zu unterhalten. Aufgabe des Schutzgebiets ist es, Tieren, die nicht mehr ausgewildert werden können und die durch die Gefangenschaft Schaden genommen haben, eine dauerhafte Zuflucht und medizinische Versorgung zu bieten. Den Elefanten stehen dort weitläufige – manchmal mehrere hundert Hektar grosse – Gebiete zur Verfügung, die ein artgerechteres Verhalten zulassen und es ihnen ermöglichen, ihre Wege, ihre sozialen Kontakte und ihren Lebensrhythmus frei zu wählen. In einem Schutzgebiet geht es nicht darum, die Tiere der Öffentlichkeit zu präsentieren, sondern darum, ihr Wohlergehen und ihre Autonomie zu gewährleisten.

11. Gibt es Schutzgebiete in Europa?

Ja. Aktuell sind es zwei: Elephant Haven in Frankreich und Pangea Trust in Portugal.

12. Wie kann ich den Elefanten in der Schweiz helfen?

Sie können aktiv werden, indem Sie sich und andere über die Realität der Haltung in Gefangenschaft informieren, die Fondation Franz Weber finanziell unterstützen oder die Behörden dazu auffordern, die Zucht und den Austausch von Elefanten zu beenden. 

13. Wie wirkt sich Zuglärm auf das seismische Gehör der Elefanten aus?

Die von Zügen verursachten Geräusche und Vibrationen können die seismische Kommunikation von Elefanten stören, das heisst, die niederfrequenten Schwingungen, die die Tiere über den Boden mehrere Kilometer weit übertragen und wahrnehmen. Diese Signale dienen dazu, den Zusammenhalt der Gruppen sicherzustellen, Wanderungen zu koordinieren, Gefahren zu erkennen oder während der Fortpflanzung zu kommunizieren. Vibrationen durch Eisenbahnen können diese Signale überlagern, ihre Reichweite reduzieren oder eine «seismische Verschmutzung» auslösen, die das natürliche Verhalten der Elefanten beeinträchtigen kann.  

14. Warum ist das Herpesvirus in Zoos gefährlicher?

Das Elefanten-Herpesvirus (EEHV) kommt nicht nur in Zoos vor, sondern befällt auch freilebende Populationen. In Gefangenschaft erhöhen jedoch mehrere Faktoren das Risiko einer schweren Erkrankung: Der chronische Stress, unter dem die Tiere leiden, schwächt ihr Immunsystem. Jungtiere leben oft in kleinen, willkürlich zusammengestellten Gruppen. Der Austausch zwischen Zoos kann die Verbreitung verschiedener Virenstämme begünstigen. Zudem kommen manche Tiere möglicherweise erst dann mit dem Virus in Kontakt, wenn der Schutz durch die mütterlichen Antikörper bereits nachgelassen hat.

15. Welche anderen Zoos haben ihre Elefantenanlagen bereits geschlossen?

Mehrere Zoos haben sich bereits dazu entschlossen, die Haltung von Elefanten zu beenden, sei es aus Gründen des Tierwohls oder weil sie der Ansicht waren, diesen äusserst anspruchsvollen Tieren keine angemessenen Lebensbedingungen bieten zu können. Nicht zuletzt dank des Engagements der Fondation Franz Weber gibt es in Argentinien keine Elefanten in Gefangenschaft mehr!

16. Wie siedelt man ein mehrere Tonnen schweres Tier in ein Schutzgebiet um, ohne es zusätzlichem Stress auszusetzen?

Die Umsiedlung eines Elefanten in ein Schutzgebiet wird sorgfältig vorbereitet, um den Stress möglichst gering zu halten. Mehrere Wochen oder Monate lang wird er unter Aufsicht von Pflegern und veterinärmedizinischen Spezialisten nach und nach an seine Transportkiste gewöhnt. Nach seiner Ankunft im Schutzgebiet durchläuft er eine Eingewöhnungsphase, bevor er Zugang zu grossen Naturgebieten erhält. Auf diese Weise wurden schon viele Elefanten erfolgreich von Zoos in Schutzgebiete verlegt, wo sie mehr Platz haben, selbstständiger sind und ihr natürliches Verhalten ausleben können. 

17. Was passiert, wenn ein Elefant zu krank oder zu alt ist, um mehrere tausend Kilometer zu reisen?

Nicht alle Elefanten können umgesiedelt werden. Wenn ein Tier zu alt oder schwerkrank ist oder sein Zustand eine Reise zu riskant macht, können die Expertinnen und Experten empfehlen, dass es an seinem jetzigen Standort bleibt. Jede Situation wird von Tierärzten und Tierschutzexperten individuell bewertet. Es geht nicht darum, die Elefanten um jeden Preis umzusiedeln, sondern die Lösung zu wählen, mit der jedes Tier die bestmögliche Lebensqualität erreicht – unter Berücksichtigung seines Alters, seines Gesundheitszustands und seiner sozialen Bedürfnisse. 

18. Was wird aus den Anlagen, die Millionen von Franken gekostet haben (wie etwa das Elefantenhaus im Zoo Zürich), wenn die Elefanten nicht mehr da sind?

Mit einem Wegzug der Elefanten würde die Anlage nicht zwangsläufig nutzlos. Viele Zoos, die keine Elefanten mehr halten, haben ihre Anlagen für andere Tierarten, Bildungsprogramme oder Flächen zum Schutz der Biodiversität umgewandelt. So könnte das Elefantenhaus des Zoos Zürich für Tiere genutzt werden, die sich für diese Art von Umgebung eignen, oder zur Sensibilisierung der Besucherinnen und Besucher für tropische Ökosysteme beitragen. Dass eine Anlage sehr teuer war, sollte im Übrigen nicht allein als Rechtfertigung dafür dienen, Tiere unter Bedingungen zu halten, die ihren Bedürfnissen nicht ausreichend gerecht werden. 

19. Wer finanziert den Unterhalt der Elefanten in den Schutzgebieten nach ihrem Wegzug aus der Schweiz?

Die Finanzierung hängt vom jeweiligen Schutzgebiet ab. Die meisten Elefantenschutzgebiete werden von Stiftungen, privaten Spenden oder von Gönnern finanziert und teilweise auch durch Partnerschaften mit Zoos oder Tierschutzorganisationen unterstützt. In einigen Fällen übernehmen auch die Organisationen, die die Tiere umsiedeln, einen Teil der Kosten für ihre Betreuung. Die Kosten für die Haltung eines Elefanten in einem Schutzgebiet sind in der Regel mit denen in einem Zoo vergleichbar, kommen jedoch in erster Linie dem Wohl des Tieres zugute und nicht seiner Zurschaustellung für die Öffentlichkeit.

20. Wenn es im Zoo keine Elefanten mehr gibt, wie sollen meine Kinder dann lernen, sie zu lieben und zu schützen?

Es gibt keine Belege dafür, dass die blosse Betrachtung von in Gefangenschaft lebenden Elefanten die Besucherinnen und Besucher dazu veranlasst, die Art zu schützen oder durch eine Änderung ihres Verhaltens zu deren Erhaltung beizutragen. Obwohl Elefanten seit Jahrzehnten in Zoos auf der ganzen Welt präsentiert werden, schrumpfen die wildlebenden Populationen weiter. Kinder haben die Möglichkeit, Elefanten durch pädagogische Programme, Dokumentarfilme, Bücher und immersive Medien kennen und respektieren zu lernen, die ihr wirkliches Leben in ihrem natürlichen Lebensraum zeigen. Respekt entsteht nicht da, wo die Tiere in einem Gehege zur Schau gestellt werden, sondert dort, wo Menschen Einblick in ihr Leben in freier Wildbahn erhalten, in ihre Intelligenz und die Gefahren, denen sie ausgesetzt sind. 

21. Wie wird sich die Schliessung der Elefantenanlagen auf die lokale Wirtschaft und den Tourismus der betroffenen Städte auswirken?

Die Erfahrung hat gezeigt, dass Zoos, die die Haltung von Elefanten aufgeben, auf lange Sicht weder nennenswerte wirtschaftliche Verluste noch einen signifikanten Rückgang der Besucherzahlen verzeichnen. Mehrere Zoos haben bereits ihre alten Anlagen umgestaltet, um neue Projekte zu entwickeln, die den aktuellen Anforderungen an das Tierwohl besser entsprechen. Die Haltung von Elefanten ist also keine notwendige Voraussetzung für die touristische Attraktivität eines Zoos oder einer Stadt.

22. Haben die europäischen Schutzgebiete genügend Platz, um die 16 Schweizer Elefanten aufzunehmen?

Derzeit gibt es in Europa kein Schutzgebiet, das allein alle 16 in der Schweiz gehaltenen Elefanten aufnehmen könnte. Allerdings fordert niemand eine sofortige und gleichzeitige Verlegung aller Tiere. Ein Übergang würde schrittweise über mehrere Jahre erfolgen und sich nach dem Alter, dem Gesundheitszustand und den sozialen Bedürfnissen jedes einzelnen Elefanten richten. Bestehende Schutzgebiete könnten erweitert, neue Einrichtungen geschaffen und einige Elefanten bis an ihr Lebensende in ihren heutigen Anlagen belassen werden. Ziel ist es, die Gefangenschaft und die Zucht schrittweise zu beenden – nicht, alle Tiere von heute auf morgen umzusiedeln.

Aktiv werden

So können Sie helfen

Die ELE-Kampagne hat bereits dazu beigetragen, die Gefangenschaft von Elefanten in Argentinien zu beenden. Mit Ihrer Unterstützung können wir auf dasselbe Ziel in der Schweiz hinarbeiten.

Sensibilisieren und teilen

Der erste Schritt besteht darin, auf die Realität der Elefantenhaltung in Gefangenschaft aufmerksam zu machen. Teilen Sie die Informationen dieser Kampagne in den sozialen Medien sowie mit Familie und Freunden. Eine gut informierte Öffentlichkeit kann den Weg für Veränderungen ebnen.

Die Kampagne unterstützen

Die Fondation Franz Weber setzt sich langfristig ein – mit wissenschaftlicher Forschung, rechtlicher Analyse, Untersuchungen vor Ort, Öffentlichkeitsarbeit und dem Dialog mit den Behörden.

Spenden Sie

Jeder Beitrag hilft uns, das Wohlergehen und die Würde der Elefanten zu schützen, Sanctuary-Lösungen zu fördern und einen Ansatz voranzutreiben, der auf dem Respekt für ihre biologischen, psychischen und sozialen Bedürfnisse beruht.