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Zoo Rapperswil

Der 1962 von den Brüdern Fredy und Rolf Knie eröffnete Knies Kinderzoo Rapperswil beherbergt auf einer Fläche von 3,5 Hektar aktuell 390 Tiere, die 41 Arten angehören. Die Zooanlage ist eng mit der Geschichte des Zirkus Knie verbunden. Auch heute noch beherbergt der Kinderzoo während der Wintermonate die Tiere des Zirkus Knie. Obwohl der Zoo im Jahr 2000 umgestaltet wurde, um Artenschutzprogramme umsetzen zu können, verfolgt er weiterhin einen Ansatz, der sich deutlich von demjenigen grosser wissenschaftlicher Zoos unterscheidet. So erlaubt er bis heute direkte Interaktionen zwischen den Besuchern und den Elefanten.

Die Elefanten von Rapperswil

Der Zoo Rapperswil beherbergt seit den 1960er Jahren Elefanten. 2016 eröffnete er den Elefantenpark «Himmapan», der als moderne Anlage angepriesen wird, die die Lebensbedingungen der asiatischen Elefanten verbessern soll. Elefanten und Giraffen sind die Hauptattraktion von Knies Kinderzoo, der eng mit dem Circus Knie verbunden ist. Dort wurden die Elefanten jahrzehntelang für Vorstellungen eingesetzt – eine Praxis, die erst 2016 eingestellt wurde.

Aktuell leben acht asiatische Elefanten (Elephas maximus) im Knies Kinderzoo:

  • Ceylon II, ein 1970 geborenes Weibchen, das bis 2016 im Circus Knie eingesetzt wurde.
  • Rani, ein 1982 in Myanmar geborenes Weibchen, das bis 1990 im Circus Knie eingesetzt wurde. Sie kam 2009 in Knies Kinderzoo, wurde jedoch 2012 und 2015 an den Zoo Pairi Daiza (Belgien) «ausgeliehen».
  • Sabu, ein 1984 in Myanmar geborenes Weibchen.
  • Mapalay, ein 1986 in Myanmar geborenes Weibchen.
  • Sandry, ein 1999 in Knies Kinderzoo geborenes Weibchen (Mutter von Kamon und Kalaya).
  • Kalaya, ein 2013 in Knies Kinderzoo geborenes Weibchen (Eltern: Sandry und Po Chin).
  • Thisiam, ein 1998 im Zoo von Paris Vincennes geborenes Männchen, seit 2015 im Knies Kinderzoo.
  • Kamon, ein 2022 im Knies Kinderzoo geborenes Männchen (Eltern: Sandry und Mekong).

Die Haltungsbedingungen der Elefanten im Knies Kinderzoo werden ihren biologischen, sozialen und kognitiven Bedürfnissen nicht annähernd gerecht. Der Aussenbereich hat eine Gesamtfläche von etwa 5‘000 Quadratmetern, sodass die Elefanten nur sehr kurze Strecken auf überwiegend hartem Untergrund und in einer Umgebung zurücklegen können, die so gut wie keine Anreize bietet. Es ist ihnen nahezu unmöglich, sich ihrem natürlichen Verhalten gemäss fortzubewegen, denn ein wilder Elefant legt pro Tag durchschnittlich fast zehn Kilometer zurück.

Ein Bericht von Dr. Keith Lindsay aus dem Jahr 2023 hebt zudem mehrere gravierende Probleme hervor, wie die bei mehreren Tieren auftretende Fettleibigkeit, Fussbeschwerden, stereotypes Verhalten und soziale Isolation. Die schon sehr alte Elefantenkuh Ceylon II etwa wurde separat untergebracht, da sie sich innerhalb der Gruppe nicht mehr richtig ernähren konnte.

Die Geschichte des Zoos ist beispielhaft für die Schwierigkeiten der Haltung in Gefangenschaft. Mehrere in Rapperswil geborene Elefanten starben jung, darunter einige nach ihrer Verlegung in andere Zoos oder in den Zirkus. Wieder andere wurden aufgrund von Gesundheits- oder Sicherheitsproblemen eingeschläfert. Knies Kinderzoo entspricht in keiner Weise den Standards, die erforderlich wären, um den physischen, psychischen und sozialen Bedürfnissen der Elefanten gerecht zu werden.

Artenschutz

Im Januar 2024 kündigt die Direktorin des Zoos den Wandel von einem «Zoo der Attraktionen» zu einem «Ort der Bildung und Erfahrung» an, bei dem das Tierwohl, Bildungsinhalte und nachhaltige Investitionen in die Anlagen im Zentrum stehen. Wie zahlreiche andere Tierparks legt Knies Kinderzoo den Schwerpunkt nun auf den Schutz und Erhalt der Artenvielfalt. Dennoch ergreift er nur wenige konkrete Massnahmen für den Artenschutz in situ (im natürlichen Lebensraum). Der Zoo engagiert sich insbesondere für ein Projekt zum Schutz der asiatischen Elefanten in Sri Lanka, ohne jedoch ein konkretes Budget dafür zu benennen.

Die in Rapperswil gehaltenen Elefanten tragen nicht zur Erholung der freilebenden Populationen bei und bleiben Teil eines Haltungssystems, das auf Zucht, Verlegungen und öffentlicher Zurschaustellung beruht.

Wissenschaft

Für die Wissenschaft spielt Knies Kinderzoo kaum eine Rolle. Er hat zwischen 1965 und 2021 keinen einzigen Artikel veröffentlicht. Wie in vielen anderen Zoos beschränkt sich der Erkenntnisgewinn hauptsächlich auf das Management und die Zucht von Tieren in Gefangenschaft. Diese Art der Forschung ist jedoch irrelevant und berücksichtigt nicht die Probleme, mit denen die Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum konfrontiert sind.

Bildung

Der Zoo erhebt den Anspruch, die Öffentlichkeit für den Schutz der Tiere und der Artenvielfalt zu sensibilisieren. Die von ihm zur Verfügung gestellten pädagogischen Informationen sind jedoch äusserst spärlich, und fundierte Erläuterungen zur Biologie, den komplexen sozialen Bedürfnissen sowie den Gefahren für die Populationen in freier Wildbahn fehlen völlig. Der Fokus liegt nach wie vor auf dem direkten Besuchererlebnis und der Nähe zu den Tieren.

Wie widersprüchlich dieser Ansatz ist, wird umso deutlicher, wenn man bedenkt, dass der Zoo lange Zeit (bis Ende 2025!) sogar Elefantenritte angeboten hat und weiterhin den engen Kontakt mit den Tieren fördert. Der Europäische Verband der Zoos und Aquarien (EAZA) empfiehlt diese Praxis heute jedoch nicht mehr. Knies Kinderzoo ist kein Mitglied des EAZA.

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So können Sie helfen

Die ELE-Kampagne hat bereits dazu beigetragen, die Gefangenschaft von Elefanten in Argentinien zu beenden. Mit Ihrer Unterstützung können wir auf dasselbe Ziel in der Schweiz hinarbeiten.

Sensibilisieren und teilen

Der erste Schritt besteht darin, auf die Realität der Elefantenhaltung in Gefangenschaft aufmerksam zu machen. Teilen Sie die Informationen dieser Kampagne in den sozialen Medien sowie mit Familie und Freunden. Eine gut informierte Öffentlichkeit kann den Weg für Veränderungen ebnen.

Die Kampagne unterstützen

Die Fondation Franz Weber setzt sich langfristig ein – mit wissenschaftlicher Forschung, rechtlicher Analyse, Untersuchungen vor Ort, Öffentlichkeitsarbeit und dem Dialog mit den Behörden.

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Jeder Beitrag hilft uns, das Wohlergehen und die Würde der Elefanten zu schützen, Sanctuary-Lösungen zu fördern und einen Ansatz voranzutreiben, der auf dem Respekt für ihre biologischen, psychischen und sozialen Bedürfnisse beruht.