Zoo Zürich
Der Zoo Zürich wurde im Jahr 1929 eröffnet und umfasst heute mehr als 27 Hektar. Er beherbergt beinahe 8‘000 Tiere und 300 Arten. Trotz seiner Vergrösserungsmassnahmen stösst der Zoo weiterhin an die Grenzen, die mit der Gefangenschaft derart intelligenter, bewegungsfreudiger und sozialer Tiere wie Elefanten einhergehen. In jüngerer Zeit kam es bei den Elefanten des Zoos zu zahlreichen Todesfällen, insbesondere in Verbindung mit dem Herpesvirus.
Die Elefanten von Zürich
Der Zoo Zürich hält seit 1971 Elefanten. 2014 eröffnete er die neue Anlage «Kaeng Krachan», für die er etwa 57 Millionen Franken investiert hat und die als eine der modernsten Europas gilt. Aktuell leben dort fünf asiatische Elefanten (Elephas maximus):
- Thai: ein 2004 im Tierpark Hagenbeck (Hamburg, Deutschland) geborenes Männchen, das 2014 nach Zürich verlegt wurde.
- Fahra: ein 2005 im Zoo Zürich geborenes Weibchen. Fahra hat drei Junge zur Welt gebracht: 2017 (das Kalb starb 2022 am Herpesvirus), 2020 (das Kalb wurde kurz nach seiner Geburt von der Gruppe getötet) und 2023 (das Kalb starb nur wenige Stunden nach seiner Geburt).
- Indi: ein 1986 im Tharwaddy Camp in Myanmar geborenes Weibchen, das 1999 nach Zürich kam. Indi hat fünf Junge zur Welt gebracht: Chandra (2002 geboren, heute im Zoo Zürich), Fahim (2005 geboren, heute in Kopenhagen), Omysha (2014 geboren, 2022 am Herpesvirus gestorben), Umesh (2020 geboren, 2022 am Herpesvirus gestorben) sowie ein im Juni 2026 geborenes männliches Kalb, das aufgrund eines Problems mit den Hinterbeinen eingeschläfert wurde.
- Chandra: ein 2002 im Zoo Zürich geborenes Weibchen. Tochter von Indi. Möglicherweise nicht fortpflanzungsfähig.
- Panang: ein 1989 im Zoo Zürich geborenes Weibchen.
Auch in der 2014 eröffneten Anlage Kaeng Krachan leben die Züricher Elefanten weiterhin auf einem Areal, das mit den Flächen, die sie in freier Wildbahn durchwandern würden, nicht zu vergleichen ist. Laut einem Bericht von Dr. Keith Lindsay von 2023 ist die längste geradlinige Strecke im Aussengehege etwa 80 Meter lang, während wildlebende Elefanten im Durchschnitt fast zehn Kilometer pro Tag zurücklegen. Die Elefanten leben in willkürlich zusammengestellten Gruppen, wobei einige Tiere aufgrund von sozialen Konflikten getrennt gehalten werden müssen. Ihre Bewegungsmöglichkeiten, ihre sozialen Kontakte und ihr Zugang zu den verschiedenen Arealen werden weitgehend von den Pflegerinnen und Pflegern kontrolliert.
Seit 1971 wurden im Zoo Zürich 16 Elefanten geboren, während 20 starben, darunter zahlreiche Kälber. Mehrere Elefanten erlagen dem EEHV-Virus, andere starben bei der Geburt oder wurden von den Mitgliedern ihrer eigenen Gruppe getötet – was in freier Wildbahn nicht vorkommt. Diese Zahlen spiegeln die anhaltenden Schwierigkeiten wider, die komplexen Bedürfnisse von Elefanten in Gefangenschaft zu erfüllen. Für die Gruppe, vor allem für die Mütter, ist jeder Tod eines Elefantenbabys eine traumatische Erfahrung.
Artenschutz
Anders als der Zoo Basel stellt der Zoo Zürich sein Engagement für den Artenschutz durch acht Feldprogramme unter Beweis, für die er über den Naturschutzfranken mehr als 2,9 Millionen Franken pro Jahr investiert. Er fördert insbesondere den Schutz der Elefanten im Kaeng Krachan Nationalpark in Thailand. Verglichen mit der Summe, die er für die Zooanlagen und die Haltung der Tiere ausgibt, fällt sein Gesamtbeitrag für das Artenschutzprogramm mit etwa 3,1 Prozent der gesamten Betriebseinnahmen (2024) jedoch eher bescheiden aus. Wie auch bei den meisten anderen modernen Zoos dient der Artenschutz in erster Linie als Argument zur Legitimierung der Haltung in Gefangenschaft. Zudem werden die in Zürich lebenden Elefanten niemals ausgewildert und tragen daher nicht zur Erholung des Bestands in freier Wildbahn bei. Ziel der Zuchtprogramme ist vor allem die Erhaltung der in Gefangenschaft lebenden Populationen zu Unterhaltungszwecken.
Wissenschaft
Der Zoo Zürich präsentiert sich als wissenschaftliche Einrichtung. Er führt rund fünfzehn Forschungsprojekte mit in Gefangenschaft gehaltenen Tieren durch (Elefanten und Robotik, Kognition bei Amphibien und Reptilien, Alterung bei Pinguinen, Kommunikation bei Orang-Utans und Klippschliefern, Tötungsmethoden von Seeanemonen usw.). Der Schwerpunkt liegt auf Grundlagen- oder biomedizinischer Forschung im Zoo. Nur wenige Themen (z. B. Malaria, Euthanasie, Umwelt-DNA) stehen in direktem Zusammenhang mit dem Erhalt der Artenvielfalt.